Chronik der Concordia Kesselstadt

1860 Gründung des Turnvereins

Dieser Termin hat scheinbar keinen Zusammenhang mit der Concordia. Aber in diesem Verein waren die Urväter als Mitglieder vertreten.

1867 Gründung des Gesangvereines „Bruderbund“

Um dem deutschen Lied zu dienen, was im Turnverein nach ihrer Ansicht nicht möglich war, traten einige sangesfreudige Männer aus dem Turnverein aus und gründeten den Gesangverein „Bruderbund“.

1867 Gründung des Vereins „Concordia“

Die Concordia ist hervorgegangen aus dem im gleichen Jahr gegründeten Gesangverein „Bruderbund“. Somit bestanden zwei Gesangvereine nebeneinander in Kesselstadt.
Ein Kuriosum bestand darin, dass man nur von einem Gesangverein sprach, wenn man die Absicht hatte, mit Gesang öffentlich aufzutreten. Sonst sprach man nur von einer Gesellschaft.
Schon früh wurde in dem Verein erkannt, dass man einem Verband beitreten müsse, wenn man den Gesang fortschrittlich betreiben wolle. Letztendlich kam der Beitritt zum damaligen Maintal-Verband jedoch nicht zustande.
Damals wie heute war es schwierig, einen Chorleiter zu finden. Unter dem Chorleiter Christian Kleinfeller wurden von 1867 1880 die ersten Übungsstunden abgehalten. Zu dieser Zeit bestand der Verein aus einem reinen Männerchor. Die Noten für den Verein mussten damals noch von Hand geschrieben werden. Dieser Arbeit hatte der Sänger Ernst Hundertmark übernommen. In mühevoller Kleinarbeit stellte er Hektographenblätter her und machte hiervon die Massenabzüge; Ein anderes Hilfsmittel gab es noch nicht. Daraus resultierte auch, dass die Liedauswahl nicht sehr groß war.
Bei Auftritten des Vereins wurden immer nur zwei Lieder gesungen, sollte ein drittes Lied gesungen werden, musste der Vorstand erst seine Zustimmung geben.

1873 Vereinsfahne

Die Jungfrauen des Vereins stifteten in diesem Jahr die Vereinsfahne der Concordia, die heute noch vorhanden ist. Es war
dies, gemessen an dem Wert der Fahne, ein großes Opfer, das die Damen dem Verein darbrachten. Im gleichen Jahr fand dann
auch die Fahnenweihe im Rahmen eines dreitägigen Festes statt. Der Festplatz war der damalige Kleeacker von Georg Geibel.

 
 
 

1878 Aufnahme von Damen

In diesem stellten die Damen den Antrag auf Beteiligung am Singbetrieb. Nach vielen Einsprüchen der Männer erklärte der Vorsitzende, dass eine Beteiligung der Damen am Gesang für den Verein nur von Nutzen sein kann. Daraufhin wurde der Antrag der Damen angenommen und der erste Gemischte Chor in Kesselstadt war gegründet. Leider ist in der Chronik nicht erwähnt, ob dieser Gemischte Chor auch in der Öffentlichkeit auftrat. 1880 Wiedervereinigung der Gesangvereine Bruderbund und Concordia Die schon lange angestrebte Wiedervereinigung konnte in diesem Jahr vollzogen werden. Hierbei gab es einige Schwierigkeiten, da das Vereinslokal der Concordia, der „Kaiser Friedrich“ in der Alexanderstraße, zu klein war. Es gab von beiden Seiten verschiedene Vorschläge. Der Bruderbund schlug den Anker vor, während die Concordia das Lokal „Schwan“ favorisierte. Schließlich einigte man sich, das Los entscheiden zu lassen. Der Zufall bestimmte den „Schwanen“ in der Phillipsruher Allee als Vereinslokal. Nun hatte man einen großen Chor, aber keinen Dirigenten, da der bisherige Chorleiter, der immerhin seit Gründung des Vereins den Chor geleitet hatte, mit großen Ehren ausgeschieden war. Mit sehr viel Mühe erreichte man, dass der Lehrer Hausmann die Leitung übernahm. Von Chorkonzerten kann man nicht viel lesen, auch von dem Gemischten Chor ist nicht mehr die Rede. Man feierte Waldfeste, machte Ausflüge, besuchte die benachbarten Vereine. Den Hauptwert legte man auf die Gestaltung der Weihnachtsfeier. Diese Feier wurde von allen Kesselstädter Vereinen gemeinsam veranstaltet und gestaltet. Der Turnverein Kesselstadt ist hier von allen Vereinen am meisten erwähnt. Er unterstützte die Concordia bei allen Festlichkeiten. Unter anderem sind noch die Freiwillige Feuerwehr und der Radfahrerverein „Falke“ erwähnt. Mit der Vereinsdisziplin nahm man es sehr genau. Mitglied des Vereins zu werden war gar nicht so einfach. Wollte man singen, musste man das 21. Lebensjahr erreicht haben. Man musste einen einwandfreien Leumund besitzen und musste von zwei Mitgliedern vorgeschlagen werden. Dann wurde man als neues Mitglied 14 Tage lang am schwarzen Brett zur Einsicht empfohlen. Wurden keine Einsprüche erhoben, so war man nach diesen 14 Tagen trotzdem noch kein Mitglied. Darüber entschied eine deswegen einberufene Mitgliederversammlung. Zu diesem Zweck erhielt jedes Mitglied zwei Kugeln, eine weiße und eine schwarze. Die weiße Kugel für, die schwarze Kugel gegen die Aufnahme. Ein Behälter wurde unter der Tischplatte von Hand zu Hand gereicht und jeder musste eine Kugel unsichtbar in den Behälter werfen. Waren es mehr weiße als Schwarze, so war die Aufnahme sicher. Umgekehrt war das Mitglied abgelehnt. Der Singstundenbetrieb war Pflicht. Trotzdem musste der Vorstand immer wieder daran erinnern, dass die Singstunden eifriger besucht werden. Wer dreimal hintereinander fehlte, wurde laut Beschluss aus dem Verein ausgestoßen.

 
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